Hysterie angesichts eines kleinen Tierchens

Die Krankheit
FSME-Viren werden von davon befallenen Zecken durch Stiche, vorwiegend in den Monaten Mai, Juni und September, Oktober übertragen. Die höchste Aktivität entwickeln Zecken nachmittags und abends. Nicht alle Zecken sind Träger der FSME-Viren. Zecken erwerben diese Viren durch einen Stich bei infizierten Tieren, hauptsächlich Mäusen. Im Bergland oberhalb von 1000 m gibt es praktisch keine Zecken.

Bei infizierten Zeckenstichen ereignet sich, je nach Abwehrkraft des Betroffenen, bei 60 bis 70 Prozent nichts, bei 20 bis 30 Prozent treten nur grippeähnliche Krankheitszeichen auf, bei ca. 5 bis 10 Prozent ist auch das Nervensystem betroffen.

Der Körper sollte nach dem Aufenthalt im Freien nach Zecken abgesucht werden. Nach Möglichkeit sollten auch lange Ärmel, lange, unten enganliegende Hosen und geschlossene Schuhe getragen werden. Ätherische Öle sowie verschiedene Insektenschutzmittel halten Zecken fern.

Eine Zecke entfernt man mit einer Pinzette oder am besten mit zwei spitzen Fingernägeln. Erst wenn sie sich vollgesogen hat, überträgt sie den Erreger an uns. Daher ist es wichtig, die Zecke so früh wie möglich zu entfernen. Nach dem Entfernen sollte man die Stichstelle desinfizieren, z.B. mit Calendulaessenz.

Die Schäden nach einer Zeckenimpfung können vielfältig sein, von Fieber über Lähmungen bis hin zur Multiple Sklerose.

Die Impfung
Es gibt bis heute keine Studie, in der Komplikationen nach der FSME-Impfung mit Komplikationen von FSME-Erkrankungen bei Ungeimpften verglichen werden.

In Österreich wird durch grosse Plakatwände jährlich neu eine regelrechte Massenpanik verursacht und die Bevölkerung zum Impfen gedrängt. Dadurch sollen, so die Behörden, jährlich weniger FSME-Fälle auftreten. Allerdings ist aus der Statistik nicht zu ersehen, wie viele von den Erkrankten geimpft und ungeimpft waren. Die Sozialversicherungsanstalt der Bauern in Österreich hat mitgeteilt, dass zwischen 1984 und 1995 trotz entsprechender Steigerung der Durchimpfungsrate gegen FSME kein signifikanter Rückgang der FSME-Fälle zu erkennen war (Ziegelbecker, R. Graz, 12.6.1997).

Tragischer Film der Sendung „Report“, welcher einen Impfschaden nach einer FSME Impfung aufzeigt.

Gute Zusammenfassung bezüglich Erkrankungsrisiko:

Eben hat mich eine Freundin meiner Tochter angerufen. Sie war beunruhigt, weil sie am Abend nach einem Radausflug in der Wachau einen Zeck in der Kniekehle gefunden hat. Beim rausnehmen, sagte sie, „ist dann auch noch der Kopf abgerissen“. Sie ging in eine Apotheke – und dort wurde es richtig panisch: Die Apothekerin riet, sofort zum Arzt zu gehen, und den Kopf entfernen zu lassen. Außerdem soll sie sich sofort gegen FSME impfen lassen und zur Vorsorge gegen Borreliose Antibiotika nehmen. – Oida!

Zunächst handelt es sich nicht um den Kopf, sondern um die Stichwerkzeuge der Zecke. Von denen geht keinerlei Gefahr aus. Die muss man auch nicht raus-operieren, die gehen nach ein paar Tagen normalerweise von selbst raus. Nach den Beschreibungen („klein und schwarz“) handelte es sich nicht um eine erwachsene Zecke, sondern eine Larve oder Nymphe. Bei einer Larve sind Infektionen mit Borreliose sehr selten. Die Nymphe, das mittlere Stadium, kann ein Risiko darstellen – speziell wenn sie beim rausnehmen am Körper gequetscht wird.

Wenn eine Zecke fachgerecht entfernt wird (Mit einer schmalen Pinzette ganz vorne an den Stichwerkzeugen fassen und gerade raus ziehen.) ist das Risiko minimal. Es dauert normalerweise mehr als 24 Stunden, bis eine Zecke Borrelien überträgt. Da die Betroffene die Zecke bereits am Abend nach dem Ausflug gefunden hat, besteht kaum ein Risiko. Am besten beobachten – und wenn sich nach ca. 6 bis 10 Tagen doch eine kreisförmige Wanderröte rund um die Stichstelle ausbreitet – ist das noch immer früh genug für eine kurze Antibiotika-Kur (5 bis 7 Tage). Vorbeugend Antibiotika zu nehmen ist ein sehr schlechter Rat!

In Bezug auf die FSME ist das Risiko ungeimpft zu erkranken in Niederösterreich sehr gering. 2017 gab es 13 Fälle, in den beiden Jahren davor waren es jeweils 4 Fälle.
Offenbar sind Zecken Klima-Flüchter. Sie vertragen Hitze und Trockenheit schlecht und ziehen in den etwas feuchteren Westen. (In OÖ und Tirol haben die FSME Fälle deutlich zugenommen, in Ungarn und Ost-Österreich hingegen deutlich abgenommen).
Bei FSME geht das höhere Risiko von erwachsenen Tieren aus (weil diese bereits mindestens zwei Blutmahlzeiten hinter sich haben und dadurch das Risiko höher ist, dass sie von den Wirtstieren die Viren aufgenommen haben). Da es sich hier um eine niederösterreichische Nymphe gehandelt hat, liegt das Erkrankungsrisiko demnach bei nahezu null.

Und sollte alles Pech zusammen kommen und trotzdem die Krankheit ausbrechen, so gibt es noch den Jugendbonus: Bei Kindern und Jugendlichen tritt im Normalfall nämlich gar keine FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) auf, sondern nur die deutlich milder verlaufende FSM (Frühsommer-Meningitis) ohne Hirnbeteiligung.